Journalismustag an der KBW 2025

Der diesjährige Journalismustag fand am Montag, 29. September 2025, statt und bot den Drittklässler:innen des Wirtschaftsgymnasiums einen intensiven Einstieg in die Welt des modernen Journalismus. Der Anlass markierte zugleich den Beginn einer mehrwöchigen Unterrichtsreihe, in der die Schüler:innen auf der Lernplattform Moodle selbstständig Grundlagen zum Interview und zur Recherche erarbeiteten, um später in Partnerarbeit ein eigenes Hörfeature zu produzieren. Bis zum Semesterende werden die Jugendlichen einen rund 15-minütigen Radiobeitrag zu einem selbstgewählten Thema realisieren.Barbara Wespi, Deutschlehrerin

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Gaudenz Looser, stellvertretender Chefredaktor von 20 Minuten. In seinem Hauptreferat „Wenn niemand mehr zahlt – wer sagt dir dann noch die Wahrheit?“ zeigte er auf, wie stark die Schweizer Medienlandschaft unter der aktuellen Finanzierungskrise leidet. Er erläuterte, weshalb diese Entwicklung nicht nur die redaktionelle Arbeit erschwert, sondern auch demokratische Prozesse gefährden und langfristig den wirtschaftlichen Standort Schweiz schwächen kann, wenn keine neuen Modelle gefunden werden. Das Referat stiess auf grosses Interesse, was die vielen interessierten und kritischen Fragen aus dem Büelrainer Publikum bezeugten.

Die 142 ca. 17- bis 18-jährigen Schüler:innen arbeiteten im Anschluss in 14 verschiedenen Workshops mit regionalen und nationalen Journalist:innen wie Urs Stanger (Landbote), Sebastian Galli (Wnti.ch), Dominik Steiner (SRF) oder David Karasek (Radio SRF). Erstmals durfte auch eine Klasse der Handelsmittelschule vom Journalismustag profitieren. Die Gruppe aus der Klasse 3dH wurde von Gaudenz Looser begleitet. In seinem Workshop „Finanzierungsmodelle für die Medienzukunft von NZZ bis Newsfluencer und ihre verschiedenen Trade-offs“ analysierten die Jugendlichen unterschiedliche Finanzierungsmodelle und diskutierten aktuelle Themen des heutigen Journalismus – von Identifikation und Reputation über Ideologie und Entertainment bis hin zu Manipulation und Zensur. Der Auftrag lautete, mögliche Auswege aus der Finanzierungskrise zu suchen, zu bewerten und kritisch zu reflektieren.

Am Mittag machten sich die Schüler:innen auf, um Interviews zu führen. Erste Erfahrungen wurden am Nachmittag gemeinsam reflektiert. Zum Abschluss hielten die Gruppen ihre Erkenntnisse in kurzen Videos fest, sei es als Lernclip, Erfahrungsbericht oder im Stil eines TikTok-Beitrags, die zur Abrundung des Tages vorgeführt wurden.

Der Tag vermittelte den Jugendlichen nicht nur journalistische Grundlagen, sondern auch ein Gefühl dafür, wie anspruchsvoll und zugleich bereichernd journalistisches Arbeiten sein kann. Mit diesen ersten praktischen Erfahrungen starteten die Drittklässler:innen in die Projektphase, in der sie ihre eigenen Themen vertieften und ein professionelles Hörfeature entwickelten.